{"id":51190,"date":"2016-11-28T06:13:32","date_gmt":"2016-11-28T06:13:32","guid":{"rendered":"http:\/\/146.66.97.162\/~britalli\/danteanzolini.com\/?p=51190"},"modified":"2016-11-28T06:13:32","modified_gmt":"2016-11-28T06:13:32","slug":"tosca-glanzender-saisonstart-im-musiktheater-neues-volksblatt-september-18-2014-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laneurona.ec\/clientes\/DanteAnzolini\/tosca-glanzender-saisonstart-im-musiktheater-neues-volksblatt-september-18-2014-3\/","title":{"rendered":"\u201eTosca\u201c: Gl\u00e4nzender Saisonstart im Musiktheater, Neues Volksblatt, September 18, 2014"},"content":{"rendered":"<p>Von Paul Stepanek<\/p>\n<p>Erster Eindruck: Dem Team um den Regie f\u00fchrenden Intendanten Rainer Mennicken ist ein mehr als respektabler Wurf gelungen. Die an sich schon hochdramatische Handlung rund um das Personendreieck der S\u00e4ngerin Floria Tosca, des Malers Cavaradossi und des Polizeichefs Scarpia erf\u00e4hrt in ihrer Wirkung durch zahlreiche Regiedetails eine ber\u00fchrende bis erschreckende Intensivierung; das kontrast- und ideenreiche B\u00fchnenbild (Stefan Brandtmayr), die atmosph\u00e4risch dichte Ausstattung (Cornelia Kraske) und vor allem die musikalische Leitung durch Dante Anzolini leisten einen bedeutenden Anteil zur suggestiven Ausstrahlung des B\u00fchnengeschehens. Einzige Einschr\u00e4nkung: Der tiefere Sinn der ebenso \u00fcberraschend wie b\u00fchnenwirksam konstruierten Beginn- und Schluss-Szene erschlie\u00dft sich erst durch Lekt\u00fcre des Programmhefts.<\/p>\n<p>Die tragische Liebesgeschichte von Tosca und Cavaradossi spielt vor dem Hintergrund einer Episode der an Kriegen und kurzlebigen Staatsgr\u00fcndungen reichen Napoleonischen \u00c4ra: Dem Ende der \u201eR\u00f6mischen Republik\u201c und einer vom Vatikan unterst\u00fctzten Gegenbewegung in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 1800, die wiederum durch den Sieg Napoleons bei Marengo am 14. Juni 1800 beendet wurde. Genau der Verlauf dieses Tages und das rasch wechselnde Kriegsgl\u00fcck beeinflussen aus dem Hintergrund die Trag\u00f6die, die letztlich doch in der Pers\u00f6nlichkeit der Protagonisten wurzelt. Allen voran der Geheimdienstchef Scarpia, der als wahrer D\u00e4mon gezeichnet ist und sich selbst wie alle anderen ins Verderben st\u00fcrzt. Dieser scharf konturierte Teufel \u2014 als ein Zeichen der das St\u00fcck durchziehenden Kirchenkritik k\u00fcsst er den Ring eines Kardinals in Totenmaske \u2014 wird von Tuomas Pursio be\u00e4ngstigend typengerecht gespielt und gesungen. Ihm stehen wenig nach Sonja Gornik als Tosca in gl\u00e4nzender Erscheinung mit fast makellosem stimmlichem Ausdruck und Marcelo Puente als spielfreudiger Cavaradossi, der trotz mancher Anstrengung seine hervorragende Stimmkultur zum Besten gibt. Franz Binder (Mesner), Ulf Bunde (Angelotti), H. G. M\u00fcller (Spoletta) und Jakob Reiter (Hirt) agieren tadellos und Rollen deckend. Wie immer verl\u00e4ssliche St\u00fctzen des musikalischen und szenischen Geschehens: Chor (Georg Leopold) und Jugendchor (Ursula Wincor) des Landestheaters.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Jubel f\u00fcr alle Mitwirkenden<\/p>\n<p>Besonders hervorzuheben ist auch diesmal die Leistung des Bruckner Orchesters, das von den \u00e4u\u00dferst exponierten Soli angefangen bis zu den zwischen zartestem Piano und nicht zu kr\u00e4ftigem Forte pendelnden Tutti kompetent und einf\u00fchlsam der Partitur und den Ideen Dante Anzolinis folgt. Mit ihm gemeinsam gelingt es, die Musik Puccinis vom Verdacht des Kitschs weg zum kompositorischen Erlebnis zu f\u00fchren: Leitmotivische Strukturen, wohldosierte dynamische Kontraste, die stimmige Balance zwischen Spannung und (Er)L\u00f6sung, und manche Vorboten der musikalischen Revolutionen des 20. Jahrhunderts werden klar verdeutlicht.<\/p>\n<p>Mit Recht ernteten alle Mitwirkenden und das Produktionsteam jubelnden Beifall, der in Standing Ovations m\u00fcndete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Paul Stepanek Erster Eindruck: Dem Team um den Regie f\u00fchrenden Intendanten Rainer Mennicken ist ein mehr als respektabler Wurf gelungen. 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